In den letzten beiden Einheiten haben wir uns mit den “Sprachen” RDF und RDF Schema beschäftigt.
Während uns RDF ein universales Datenmodell zur Beschreibung von Informationen zur Verfügung stellt, bietet uns RDFS ein Metavokabular zur Definition von Schemawissen an. Damit eröffnet uns RDFS die Möglichkeit zur Beschreibung eigener Vokabulare (terminologisches Wissen) und Beziehungen der Elemente des Vokabulars untereinander. Vokabulare bestehen aus Definitionen von Ressourcen-Typen (sogenannten Klassen) und Eigenschafts-Typen (Properties). Die von RDFS bereitgestellten Vokabeln ermöglichen uns etwa Hierarchien dieser Typen untereinander zu beschreiben. Die auf diese Weise erstellten Vokabulare ermöglichen uns erste Schlussfolgerungen. (Wie z.B. wenn ein Mann ein Untertyp von Mensch ist, und “Thomas” ein Mann, dann folgt das “Thomas” ein Mensch ist).
Auch im Sommersemester 2010 biete ich die Vorlesung Semantic Web Technologien an der HTWG Konstanz an.
Die Veranstaltung, die sich an Studenten im Hauptstudium aller Informatik-Studiengänge richtet, hat zum Ziel, den Teilnehmern die Grundlagen des Semantic Web zu vermitteln und ihnen die in diesem Themenkomplex verwendeten Technologien näher zu bringen.
Die theoretischen Inhalte sollen in Form praktischer Unterrichtseinheiten vertieft werden. Themenschwerpunkte werden sein
• Was ist das Semantic Web?
• Die Sprachen des Semantic Web (RDF, RDFS, OWL, SPARQL)
• Definition und Verwendung von Ontologien
• Bibliotheken, Frameworks und andere Tools
• Reasoning
Als Voraussetzung für die Veranstaltung gelten die im Grundstudium erworbenen Kenntnisse. Von Vorteil sind Kenntnisse in Java, Web-Technologien (HTML,XML,…) und Datenbanken. Die Veranstaltung wird als Wahlpflichtfach angeboten und durch eine mündliche Prüfung abgeschlossen. Bei erfolgreicher Teilnahme werden 3 ECTS Punkte vergeben.
Der Kurs findet Montag nachmittags von 15:45 bis 17:15 im Raum F033 statt.
Da der Raum F033 momentan umgebaut wird, findet die Veranstaltung in den ersten Wochen im Raum F035 statt.
Nachdem wir mit XML syntaktische Grundlagen und mit RDF das Datenmodell des Semantic Web kennengelernt haben, beschäftigen wir uns nun mit RDF Schema. RDF Schema wird dazu verwendet Vokabularien für RDF zu definieren. Dazu werden Ressourcen in Klassen eingeteilt, welche in Taxonomien hierarchisch geordnet definiert werden. RDFS bedient sich hierbei eines mengentheoretischen Klassenmodels. Da an Prädikatsstelle bei RDF-Triplen ebenfalls Ressourcen zu finden sind, lassen sich diese “Properties” ebenfalls kategorisieren. Durch Einschränkung der Definitions- und Zielbereiche von Properties, lassen sich weitere Aussagen treffen. Desweiteren beschäftigen wir uns mit Reifikation, die uns ermöglich Aussagen über Aussagen zu treffen, Annotation von Ressourcen sowie der Repräsentation von RDF(S)-Dokumenten in den Datenmodellen von XML, RDF und RDFS.
Mit dem Resource Description Framework (RDF) steigen wir nun richtig in die Sprachen des Semantic Web ein.
Es wird der Graph als Datenmodell des RDF und dessen Zerlegung in Triple aus Subjekt, Prädikat und Objekt behandelt.
Mit RDF/XML, Turtle und RDFa werden die wichtigsten Serialisierungsformate für RDF-Graphen besprochen. Anschließend beschäftigen wir uns mit den Details von RDF wie der Behandlung von Literalen (inkl. Datatypes und Sprachangaben), Blind Nodes, Listen und Collections.