KDE: Plasmoiden mit JavaScript

23. Juli 2010
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Image via Wikipedia

Der freie Desktop KDE hat mit der Version 4.0 eine neue Desktop-Shell namens Plasma eingeführt. Die ganze Oberfläche wird dabei aus einer Vielzahl von Widgets, sogenannter Plasmoiden, zusammengesetzt. Plasmoiden können dabei prinzipiell jede mögliche Funktion realisieren. Es existieren  bereits eine Vielzahl von Uhren, Kalendern, Taschenrechnern aber auch komplexere Applikationen wie etwa ein Twitter-Client oder . Auch die Grundelemente des Desktops wie die Taskleiste aber auch der Desktop selbst sind spezielle Widgets. Der Benutzer kann dabei selbst entscheiden welche Plasmoiden er wo verwenden möchte. Neue Plasmoiden können einfach über das Netz nachgeladen werden.

In den Anfangszeiten war die Entwicklung von Plasmoiden recht kompliziert und erforderte neben Kenntnissen in C++ tiefe Einblicke in das Plasma-Framework. Seit KDE 4.4 können Plasmoiden nun sehr einfach mit Hilfe von Skriptsprachen wie JavaScript erstellt werden. Wie einfach das von statten geht, möchte ich euch hier gerne demonstrieren.

Los gehts

Ganz traditionell fangen wir hier mit einem einfachen “HelloWorld” an. Zunächst müssen wir einen Ordner anlegen, der unseren Plasmoiden erhalten soll. Dieser erhält den Namen hello_world:

mkdir hello_world

In diesem Ordner benötigen wir eine Datei mit dem Namen metadata.desktop.

touch hello_world/metadata.desktop

Diese Datei beschreibt den Plasmoiden, kann mit jedem Editor (z.B. KWrite) bearbeitet werden, und sollte in etwa folgenden Inhalt haben:

[Desktop Entry]
Name=Hello World
Comment=Eine kurze Beschreibung des Plasmoiden
Icon=kate
Type=Service
X-KDE-ServiceTypes=Plasma/Applet
X-Plasma-API=javascript
X-Plasma-MainScript=main.js
X-Plasma-DefaultSize=300,100
X-KDE-PluginInfo-Author=Steffen Schloenvoigt
X-KDE-PluginInfo-Email=steffen@schloenvoigt.de
X-KDE-PluginInfo-Name=hello_world
X-KDE-PluginInfo-Version=0.0.1
X-KDE-PluginInfo-Website=http://plasma.schloenvoigt.de/
X-KDE-PluginInfo-Category=Examples
X-KDE-PluginInfo-Depends=
X-KDE-PluginInfo-License=GPL
X-KDE-PluginInfo-EnabledByDefault=true

Die Datei ist größtenteils selbsterklärend. Als Icon für das Plasmoid hab ich hier einfacherweise das bereits im System vorhandene des Programms KWrite verwendet. Man könnte hier aber auch einen Dateinamen eines eigenen Icons angeben. Wichtig ist noch der Parameter X-Plasma-MainScript. Er gibt den Namen der Datei an, die später unseren Code enthält.

Alle weiteren Dateien, die zum Plasmoid gehören, müssen in einem Unterordner namens contents abgelegt werden. Diesen erstellen wir nun:

mkdir hello_world/contents

In diesem Ordner legen wir nun die Datei main.js an, die später den Code des Plasmoids enthält:

touch hello_world/contents/main.js

Das erste Programm

Um einfach den Schriftzug “Hallo Welt” anzuzeigen, reicht folgender Code aus:

layout = new LinearLayout( plasmoid );
label = new Label( );
label.text = "Hallo Welt";
layout.addItem( label );

In Zeile 1 erstellen wir ein LinearLayout für den Plasmoiden. Die Variable plasmoid ist eine statische Variable, die vom Plasma Framework bereitgestellt wird. Das LinearLayout ist ein Container, der alle in ihm enthaltenen Elemente nacheinander (oder untereinander wenn die Orientierung auf Vertikal umgestellt wurde) in gleichmäßiger Größe anordnet. In der zweiten Zeile erstellen wir dann ein Label-Objekt, dessen Eigenschaft “text” wir in der dritten Zeile den später anzuzeigenden Text “Hallo Welt” zuweisen. Zu guter Letzt wird das label in Zeile 4 zum Layout-Container hinzugefügt.

Das ist im Prinzip auch schon alles. Nun können wir uns den Plasmoiden mit dem Programm plasmoidviewer einfach ansehen:

plasmoidviewer hello_world

Wenn wir alles richtig gemacht haben, sollte sich nun folgendes Fenster öffnen:

Die "Hallo Welt"-Applikation im plasmoidviewer

Benutzerinteraktion

Natürlich wollen wir nich nur einfach einen Schriftzug anzeigen sondern auch auf Benutzereingaben reagieren können. Wir erweitern das Programm deswegen folgendermaßen:

layout = new LinearLayout( plasmoid );
label = new Label( );
label.text = "Hallo Welt";
layout.addItem( label );

layout.orientation = QtVertical;

inputField = new LineEdit( );
layout.addItem( inputField );

button = new PushButton( );
button.text = "Klick mich";
button.clicked.connect( onButtonClick );
layout.addItem( button );

function onButtonClick( )
{
 if( inputField.text != "" )
 {
   anotherLabel = new Label( );
   anotherLabel.text = inputField.text;
   layout.addItem( anotherLabel );
   inputField.text = "";
 }
}

Zunächst setzen wir hier zusätzlich die Orientierung auf vertikal indem wir der orientation Eigenschaft des Layouts die globale Konstante QtVertical zuweisen. Als nächstes erzeugen wir  in den Zeilen 8 und 9 ein einfaches Texteingabefeld und fügen es zum Layout hinzu. In den Zeilen 11-14 erzeugen wir einen Button mit der Aufschrift “Klick mich”, der die Funktion onButtonClick aufruft, wenn er gedrückt wird.

In den Zeilen 16-25 wird dann diese onButtonClick Funktion implementiert. Hier prüfen wir zuerst, dass das Eingabefeld nicht leer ist. Ist etwas im Eingabefeld enthalten, wird ein neues Label Objekt erzeugt und der Inhalt des Eingabefelds an dessen text Eigenschaft zugewiesen. Das neue Label wird dann ebenfalls an das Layout angehängt und der Inhalt des Eingabefelds geleert.

Wenn wir uns den Plasmoiden nun wieder im plasmoidviewer ansehen, sollte nach ein paar Eingaben der Inhalt in etwa folgendermaßen aussehen:

Die erweiterte Hello World Applikation

Installieren und Paketieren

Wenn wir mit unserem Plasmoiden zufrieden sind, können wir ihn mit Hilfe des Tools plasmapkg installieren:

plasmapkg -i hello_world

Haben wir alles richtig gemacht, können wir unseren Plasmoiden jetzt einfach zum Beispiel zum Desktop hinzufügen indem wir diesen mit der rechten Maustaste anklicken und im erscheinenden Kontextmenu den Eintrag “Miniprogramme hinzufügen…” wählen (Falls diese Option nicht vorhanden ist, muss man eventuell erst die Option “Miniprogramme entsperren” anklicken). Nun können wir nach unserem Plasmoid in der Auswahlliste suchen. Da wir in den Meta-Daten die Vorgabekategorie “Example” eingestellt haben, sollte sich unser Plasmoid im Reiter “Beispiele” befinden.

Auswahl des Plasmoiden aus der ListeWenn wir unseren Plasmoiden nun aus der Liste auf den Desktop ziehen, sollte er sich dort genauso problemlos öffnen.

Hello World Plasmoid auf dem Desktop

Solange wir den Plasmoiden nur für uns entwickeln, ist die bisher vorgestellte Vorgehensweise natürlich ohne weiteres gangbar. Wollen wir den Plasmoid allerdings auch mit anderen teilen oder gar etwa auf http://opendesktop.org zum Download bereitstellen ist dieser Weg so nicht sinnvoll. Das größte Hindernis ist sicherlich die Verzeichnisstruktur und die Vielzahl der darin enthaltenen Dateien (Später können hier ja auch weitere Quelltexte, Bilder, Übersetzungen usw. hinzukommen). Das Plasma-Framework setzt daher auf .plasmoid Dateien, die im Grunde genommen nichts anderes sind als ganz normale ZIP Dateien mit einer anderen Endung (So wird das im übrigen bei vielen Dateien wie z.B. von OpenOffice oder den neuen MS Office Formaten auch gemacht). Um aus unserem Plasmoiden also ein Paket zu schnüren, gehen wir folgendermaßen vor:

cd hello_world
zip -r hello_world.zip *
mv hello_world.zip hello_world.plasmoid

Die Datei hello_world.plasmoid kann nun problemlos verteilt werden. Installiert werden .plasmoid Dateien übrigens genauso wie vorher das Verzeichnis:

plasmapkg -i hello_world.plasmoid

Wollen wir einen installierten Plasmoid wieder entfernen, verwenden wir den Schalter -r:

plasmapkg -r hello_world

Hierbei spielt es allerdings dann keine Rolle, ob aus einem Verzechnis oder aus einer .plasmoid-Datei installiert wurde, wichtig ist allein der Name des Plasmoiden, den wir in den Meta-Daten mit dem Feld X-KDE-PluginInfo-Name angegeben haben.

Weitere Informationen

Natürlich hat dieser Beitrag nur die absoluten Grundlagen der Entwicklung von Plasmoiden mit JavaScript beleuchtet. Das Framework bietet eine unmenge an weiteren Funktionalitäten wie die Abfrage oder auch Implementierung von Plasma-DataEngines (Plasma-Programme, die Daten aus verschiedensten Quellen bereitstellen), die Ausgabe von Graphen, Animationen, den Zugriff auf das Netzwerk oder das Starten vor Programmen. Einen guten Überblick bieten folgende Development Tutorials in der KDE Techbase:

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Steffen Schloenvoigt , , , , ,

SWT SS2010 – Prüfungsplan

3. Juli 2010

Hallo zusammen, hier noch einmal der Prüfungsplan:

Uhrzeit Name
14:05 Mathias Hodler
14:30 Andreas Knöpfle
14:55 Tobias Schmid
15:20 Norbert Stroh
15:45 Rainer Schlönvoigt
16:10 Markus Grandpré
16:35 Matthias Hillert
17:00 Pascal Laube
17:25 Falko Burghausen

Den Raum werde ich hier veröffentlichen, sobald er mir bekannt ist.

UPDATE:

Die Prüfung findet im Raum F109 statt. Als Beisitzer hat sich freundlicherweise Prof. Dr. Wilhelm Erben bereit erklärt.

Steffen Schloenvoigt

SWT SS2010 – OWL

3. Juli 2010

SWT 2010 – Korrektur Übung 3

21. Juni 2010

In das Datenmodell der Aufgabe 2 in Übung 3 (SPARQL) haben sich leider ein paar “Bugs” eingeschlichen. Das korrekte Datenmodell lautet:

@prefix   ex: <http://example.org/> .
@prefix   xsd: <http://www.w3.org/2001/XMLSchema#> .
ex:Sonne  ex:radius   "1.392e6"^^xsd:double ;
 ex:satellit ex:Merkur,
 ex:Venus,
 ex:Erde,
 ex:Mars .
ex:Merkur ex:radius   "2439.7"^^xsd:double .
ex:Venus  ex:radius   "6051.9"^^xsd:double .
ex:Erde   ex:radius   "6372.8"^^xsd:double ;
 ex:satellit ex:Mond .
ex:Mars   ex:radius   "3402.5"^^xsd:double ;
 ex:satellit ex:Phobos, ex:Deimos .
ex:Mond   ex:name     "Mond"@de, "Moon"@en ;
 ex:radius   "1737.1"^^xsd:double .
ex:Phobos ex:name     "Phobos" .
ex:Deimos ex:name     "Deimos" .

Es ist also der Prefix für xsd hinzugekommen und die Literalwerte mit Sprachangabe müssen selbstverständlich die Form “Wert”@Sprachkürzel an Stelle von “Wert@Sprachkürzel” besitzen. Vielen Dank an Markus für die Hinweise!

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Steffen Schloenvoigt , ,

SWT 2010 – Lösung Übung 2

21. Juni 2010

Hallo zusammen,

Markus Grandpré hat die Übung 2 sehr schön ausgearbeitet und den Lösungsweg dazu recht ausführlich beschrieben. Dabei werden einige Dinge, denke ich, wesentlich verständlicher und es treten Erkenntnisse ans Licht die man sonst so vielleicht nicht gesehen hätte.

In  der Ausarbeitung auf Seite 6 werden die wichtigsten Schnittstellen von Jena beschrieben. Ich habe dies hier nochmal in einem Diagramm zusammengefasst:

Jena RDF(S) Interfaces

Jena RDF(S) Interfaces

Man sieht hier sehr schön, das man in Jena mit RDFNode jedes RDF Element bezeichnen kann. RDFNodes teilen sich in Resource (Objektwerte/Ressourcen) und Literal(Datenwerte) auf. Auch Resource kann man noch weiter unterteilen.

Wenn wir uns die erlaubten Werte für die einzelnen Teile der Triple aus dem RDF-Kapitel noch mal in Erinnerung rufen so erhalten wir folgende Zuordnung

Stelle Erlaubte Werte Passendes Jena Interface
Subjekt URI oder Blank Node Resource
Prädikat URI Property (ist etwas spezieller als Resource)
Objekt URI, Blank Node, Literal RDFNode

Mit diesen Interfaces sind dann auch die jeweiligen Teile der Statement Objekte die z.B. ein StmtIterator zurückliefert getypt.

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Steffen Schloenvoigt , , ,

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